Die Verbindung der Ukraine mit der EU?

Die Ukraine gehört zu den Nachbarländern der Europäischen Union. Sie gilt als Beitrittskandidat, wurde jedoch aktuell noch nicht zugelassen. Dass das Land eine baldige EU-Mitgliedschaft anstrebt, hat bereits 2004 der ukrainische Präsident bekannt gegeben. Die Ukraine und die EU haben in Paris eine Vereinbarung für ein Assoziierungsabkommen getroffen. Das Abkommen wird jedoch nicht zwingend als erster Schritt für einen EU-Beitritt angesehen. Offiziell wird gesagt: Die EU strebe eine zunehmend vertrautere und engere Partnerschaft mit der Ukraine an, die eine wirtschaftliche Integration und auch eine Vertiefung der politischen Zusammenarbeit zum Ziel habe.

Die EU spielte eine wichtige Vermittlerrolle bei den Unruhen, die 2004 die Ukraine erschütterten. Der Westen des Landes tendiert zur EU, hat intensive Kontakte zu Polen und möchte sich dem westlichen Europa anschließen. Der westliche Teil der Ukraine gehörte zu Polen, später zu Österreich-Ungarn und nach dem polnisch-sowjetischen Krieg erneut zu Polen. Infolge des Hitler-Stalin-Pakts fiel das Gebiet an die Sowjetunion und ist seit 1991 Teil der Ukraine.

Als Vorteile eines eventuellen EU-Beitritts werden angesehen, dass sich die EU erheblich, vor allem Richtung Osten, vergrößert, dass sich die Ukraine durch den EU-Beitritt stabilisiert, was wiederum der EU vorteilhaft erscheint und die Kaufkraft von 46 Millionen Einwohnern, die zwar noch gering ist, sich aber steigern würde, der EU zugute käme. Auch wäre eine westlich geprägte Ukraine für die Beziehungen zu Russland von Vorteil. Die Energieversorgung der EU würde sich stabilisieren, da die Ukraine ein wichtiger Transitstaat für Erdöl und Erdgas aus Russland und den zentralasiatischen Ländern ist. Die Ukraine ist ein rohstoffreiches Land, was der EU sehr zugutekäme. Aber es werden auch Nachteile gesehen: Die Spannungen innerhalb der Ukraine würden sich sehr wahrscheinlich verstärken, da der Osten des Landes sich engere Beziehungen zu Russland, weniger zum Westen wünscht. Auch wäre der Beitritt mit hohen Kosten für die EU verbunden.

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