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Ferien in der Ukraine

Urlaub in der Ukraine ist in der Regel sehr empfehlenswert. Allerdings kommt es auch hier sehr darauf an, in welche Region der Ukraine man bereisen will. Möchte der Urlauber ein realistisches Bild des Landes haben und bewegt er sich im Landesinneren außerhalb der Touristenpfade, bekommt er meist sehr schnell die vielen Unterschiede in der Lebensweise der Einheimischen zu Gesicht. Bis das Land einen einheitlichen, westlichen Standard erreicht hat, ist es wohl noch ein langer Weg.

Fährt der Urlauber jedoch in die sogenannten Touristenhochburgen, macht Ferien am herrlichen Schwarzen Meer oder in den großen Städten des Landes, die auf Besucher eingestellt sind, kann er herrliche Urlaubstage verbringen, wundervolle Kulturschätze besuchen und einen unvergesslichen Urlaub haben. Wer im Netz sucht, findet in der Regel auch hier schöne und gemütliche Ferienwohnungen-und Häuser zu mäßigen Preisen. In Odessa beispielsweise kann der Tourist Urlaube verbringen, die keine Wünsche offen lassen. Hier spricht meist auch der Vermieter deutsch und der Gast findet alles, was er benötigt. Die Bäder sind in der Regel komfortabel, oft sogar mit Waschmaschinen eingerichtet und man zahlt pro Tag meist nicht mehr als 35 Euro für eine Ferienwohnung. Mitunter ist der Mietpreis auch in Dollar angegeben. Neben den angebotenen Ferienwohnungen gibt es aber immer auch zahlreiche Hotels. Diese sind teilweise in monumentalen und historischen Gebäuden untergebracht. Es gibt auch hier Urlauber Resorts, die den westlichen Hotels in nichts nachstehen.

Für die Einreise benötigt der Tourist einen noch mindestens 3 Monate gültigen Reisepass, jedoch kein Visum, sofern man nicht länger als 6 Monate im Land verweilen möchte. Ein Impfschutz ist in aller Regel nicht notwendig. Die Landeswährung ist Grinwna und steht hier im Verhältnis von rund 10 Griwna zu einem Euro. Auch das Telefonieren mit dem Mobiltelefon ist in der Ukraine problemlos möglich.

Reisetipps für die Ukraine

Für Reisen in die Ukraine gibt es zahlreiche Tipps im Netz. Schon die Hinreise kann der Tourist unterschiedlich gestalten. In der Regel bietet es sich an, mit dem Zug anzureisen. Mit dem Flugzeug ist der Urlauber aber schneller am Ziel und mit dem Schiff auf der Donau hat er die schönere Reise.

Für eine Rundreise entlang der Krim ist der Badeort Jalta sehr zu empfehlen. Die Südküste der Krim lädt mit außerordentlich vielen Sehenswürdigkeiten stets zu einem Besuch ein. Ab Jalta kann man diese fast alle als Tagestour erreichen. Auch der botanischer Garten und das sogenannte Schwalbennest, die Seilbahn und die auch die Festung sind sehr sehenswert. Die Altstadt von Kiew ist eine monumentale Sehenswürdigkeit, die sich in der Regel kein Urlauber gerne entgehen lässt. Viele berühmte Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise die Potemkinsche Treppe in Odessa gelangten zu großer Berühmtheit. Die Ukraine hat diesbezüglich stets viel zu bieten, sodass es in der Regel keinem Urlauber an Eindrücken fehlen wird. Wer einen Mietwagen buchen möchte, kann diesen bequem schon von zu Hause buchen, sodass eine unabhängige Planung vor Ort gewährleistet ist

Für die Reise in die Ukraine sollte sich jeder Tourist vorab mit allen benötigten Medikamenten eindecken, denn diese sind im Land selbst unter Umständen nicht erhältlich. Allerdings gibt es hier zum Teil Einfuhrbeschränkungen für bestimmte Arzneien, sodass sich der Reisende explizit informieren muss, bevor er die Reise antritt. Eine zusätzliche Krankenversicherung wird ebenso empfohlen, denn in Fällen von schweren Erkrankungen oder Unfällen sollte sich der Patient möglichst schnell außer Landes bringen lassen, da hier die medizinische Versorgung bei Weitem nicht der entspricht, die man in Deutschland erwarten darf. Viele weitere nützliche und praktische Tipps findet man im Internet und in Reiseberichten von Urlaubern, die diese herrliche Gegend schon bereisten.

Die fünf größten Städte der Ukraine

Die größte Stadt des Landes Ukraine ist die Hauptstadt Kiew. Sie zählt aktuell über 3 Millionen Einwohner. Die Metropole ist weltbekannt und lädt Touristen stets schon wegen ihrer zahlreichen Bauwerke und Sehenswürdigkeiten ein. Weitere Großstädte in der Reihenfolge ihrer Einwohnerzahl sind Donezk mit rund 1.600.000 Einwohnern, Charkiw mit nur knapp weniger, Dnipropetrowsk mit 1,4 Millionen sowie Odessa mit 1,1 Millionen.

Die Stadt Donezk ist bekannt als Zentrum des Kohlereviers Donbass. In den Jahren 1924 bis 1961 hatte die Stadt den Namen Stalino zu Ehren Stalins angenommen. Sie liegt in der Steppenlandschaft, durchbrochen von kleinen Waldstücken und Anhöhen, die zumeist durch die Abraumhalden der Kohleförderung entstanden sind. Auch Seen gibt es hier zahlreiche. Der größte Wirtschaftszweig rund um die Stadt ist die Landwirtschaft. Der Fluss Kalmius liegt zentral und hier machen die Einheimischen gern Urlaub. Sehenswert sind das Opernhaus und das Ballett sowie das neue Fußballstadion. Donezk ist Partnerstadt von Bochum und der Stadt Rostow in Russland. Eine Partnerschaft mit Magdeburg aus den 60er Jahren wurde 1997 aufgekündigt.

Charkiw hat 42 Universitäten und Hochschulen und ist in der Ukraine das wichtigste Wissenschafts-und Bildungszentrum. Mehrere Theater und Museen bilden das kulturelle Zentrum der Stadt. Außerdem ist Charkiw ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit U-Bahn, Eisenbahn und Flugplatz. In der Stadt wird ein Teil der baldigen Fußballeuropameisterschaft im Jahr 2012 stattfinden.

Dnipropetrowsk ist die zeitlich jüngste Stadt in der Ukraine. Sie liegt südöstlich von Kiew zu beiden Seiten des Dnepr, der hier aufgestaut ist. Die Stadt ist ein wichtiger industrieller Standort und war ein Zentrum der Kernenergie, Waffen- und Raumfahrtindustrie der Sowjetunion. Deshalb war sie bis in die 90er Jahre hinein eine geschlossene Stadt mit Reise-und Aufenthaltsbeschränkungen. Diese Geheimhaltungsstrategie für Ort mit Rüstungsaufgaben führte so weit, dass die Stadt nicht auf allen Landkarten vertreten war.

Auch Odessa ist weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Sie ist die wichtigste Hafenstadt am Schwarzen Meer. Die Partnerstadt von Regensburg ist äußerst sehenswert und lebt in zunehmendem Maße vom Tourismus.

Unternehmungen in der Ukraine

Wer in der Ukraine einen Urlaub verbringen möchte, kann vielen Aktivitäten nachgehen. Schon die Reise dorthin kann man mit einem Abenteuer verbinden, wenn man sich für eine Flusskreuzfahrt auf der Donau entscheidet und mit einem Schiff bis zum Schwarzen Meer fährt. Aber nicht nur ein Sommerurlaub an der Schwarzmeerküste ist zu empfehlen, auch eine Städtereise ist in der Regel stets ein wunderbares Erlebnis. Unternehmungen in der Hauptstadt Kiew sind ein Muss für jeden Touristen. Die Metropole bietet eine große Zahl an alten und sehenswerten Kirchen und Klöstern, Flanier-und Einkaufsstraßen von gewaltigem Umfang und die gesamte Altstadt mit herrlichen Bauten.

Das Höhlenkloster und das Goldene Tor, die Oper oder das Parlamentsgebäude sind stets einen Besuch wert. Der Fluss in Kiew, der Dnjepr, lädt darüber hinaus im Sommer immer zum Baden ein oder auch zu einem Schiffsausflug. In den Ostkarpaten liegt die Stadt Lwow mit ihren zahlreichen Baudenkmälern. Der Markplatz mit dem mittelalterlichen Flair ist äußerst sehenswert und die berühmte Hafen- und Industriestadt Odessa, die vor allem als Kurort bekannt ist, bietet wunderbare Möglichkeiten für Spaziergänge an der Seepromenade. Ganz bekannt ist die Halbinsel Krim als eines der beliebtesten Feriengebiete am Schwarzen Meer. Mildes Klima und viele Mineralquellen ziehen viele Besucher auf die Insel. In der Nähe von Jalta finden sich zusätzlich viele Kur-und Badeorte, sodass Reisen in die Ukraine durchaus auch der Gesundheit dienen können. Die sogenannte grüne Hafenstadt Jalta wurde durch die damalige Jaltakonferenz berühmt. Seepromenade und Parkanlagen sind sehenswert und der Darsan-Aussichtspunkt sollte auf keinen Fall verpasst werden. Jalta eignet sich darüber hinaus immer auch für Ausflüge entlang der Südküste der Krim, wo es zahlreiche Zarenpaläste und Schlösser zu entdecken gibt. Sehr empfehlenswert ist es auch, die Unternehmung mit einer Wein- und Sektprobe, beispielsweise mit der Probe des berühmten Krimsekts, zu beschließen

Das Gesundheitswesen in der Ukraine

Das Gesundheitswesen in der Ukraine ist von den westeuropäischen Modellen noch weit entfernt. Hier gibt es weder eine Pflichtversicherung noch staatliche Krankenversicherungen, was dazu führt, dass kostspielige Operationen oft aus Geldmangel unterbleiben. Die Lebenserwartung liegt unter der in Westeuropa und etwas niedriger als im restlichen Mitteleuropa. Männer werden hier durchschnittlich 63 Jahre alt und Frauen 74. Die medizinische Versorgung entspricht nicht dem westeuropäischen Standard.

Touristen wird daher eine Versicherung bei der Flugrettungsgesellschaft empfohlen. Hat man als Tourist eine schwere Krankheit, wird geraten, das Land zu verlassen. Reisende, die auf Medikamente angewiesen sind, sollten diese in ausreichendem Maße mit sich führen, da viele davon in der Ukraine nicht erhältlich sind. Es kann jedoch sein, dass für bestimmte Medikamente Einfuhrbeschränkungen bestehen, daher sollte sich der Reisende lieber rechtzeitig erkundigen. Zudem sollten Touristen unbedingt daran denken, eine entsprechende Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Hier sollte der Versicherungsnehmer explizit darauf achten, dass eine Evakuierung im medizinischen Notfall beinhaltet ist.

Wer nicht nur für einen Urlaub, sondern für länger als 6 Monate in die Ukraine möchte, um beispielsweise vor Ort zu arbeiten oder zu studieren, muss einen aktuellen negativen HIV-Test in englischer Sprache vorlegen. Sollte ein Test im Land positiv ausfallen, kann der Patient ausgewiesen werden. Wegen der Gefahr von Darminfektionen sollte der Reisende auf sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene achten. Leitungswasser ist nicht immer keimfrei. Abkochen oder sonstiges Sterilisieren sind daher anzuraten. Auch sollten Gäste des Landes darauf achten, dass Pilze noch immer eine radioaktive Belastung aufweisen können. Daher sollte auf den Verzehr möglichst verzichtet werden.

Insgesamt muss jedoch erwähnt werden, dass Kliniken und Krankenhäuser in der Ukraine unter enormen Geldmangel leiden. Die Mediziner können von ihren Gehältern kaum den eigenen Lebensunterhalt bestreiten. Eine umfassende medizinische Versorgung ist leider aktuell nicht in gegeben, denn das Gesundheitssystem steht kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Zudem sind in der Ukraine hochansteckende Krankheiten wie Tuberkulose auf dem Vormarsch.

Das Bankwesen der Ukraine

Bereits seit der Neugründung der Ukraine im Jahr 1991 gibt es Banken die mit ausländischen Geldern gegründet wurden. Allerdings fand die erste Fusion durch ein ausländisches Institut erst 1995 statt. Zu diesem Zeitpunkt stieg die österreichische Raiffeisen International eine Bank mit Namen „Bank Aval“ ein, die seither „Raiffeisen Aval“ heißt. Allerdings zog die Ukraine die Verkaufsverhandlungen in die Länge, um einen höheren Preis zu erzielen, denn das Interesse anderer Banken wuchs. Letztlich wurden 836 Millionen Euro bezahlt, und man erhielt dafür einen Anteil von 93,5 Prozent.

Im Jahre 1998 wurde die „Raiffeisen Ukraine“ gegründet. Erst danach etablierten sich auch viele ausländische Banken, die die Möglichkeit guter Geschäfte vor Ort witterten. Innerhalb kürzester Zeit schnellten die Banken in der Ukraine wie Pilze aus dem Boden und der ausländische Sektor erreichte bis über 30 Prozent. Von den ehemals 5 Großbanken wurde eine, die „Ukrssibbank“ 2006 von der französischen BNP-Paribas übernommen. 300 Millionen wurden für 51 % bezahlt. Auch die Commerzbank kaufte sich dort ein, indem sie für rund 600 Millionen 60% der Bank Forum erwarb und auch mehrere kleine Banken wurden übernommen.

Die Funktionen einer Zentralbank übt die Nationalbank der Ukraine aus. Allerdings verloren die Banken während der Finanzkrise im Jahr 2008 einen Großteil ihres Wertes und die Ratingagenturen werten die Ukraine auf „hochspekulativ“ ab. Der Staatshaushalt fährt noch immer ein Defizit ein und die Staatsverschuldung beträgt rund 30 % des BIP. Im gesamten Gebiet Osteuropas kann der Interessent jedoch in der Regel gut investieren, denn hier ist die Übersättigung des Marktes noch wenig ersichtlich.

Den Zentralbanken des Sozialismus sind wenige Privatbanken gefolgt. Diese haben oft noch staatliche Anteile, die zum Verkauf stehen. Insgesamt sind zwar viele Direktbanken und Online-Broker auch in der Ukraine vertreten, aber hier bestehen aktuell noch immer Wachstumsmöglichkeiten, welche sich durch die stetig steigende Wirtschaft im Land ergeben.

Ukrainische Streitkräfte

Die Ukraine verfügt aktuell über einen Stamm von Streitkräften, der aus einer Truppenstärke von rund 191.000 aktiven Soldaten sowie über einer Million sogenannten Reservisten besteht. Im Verhältnis zu Truppenstärke hat die Ukraine einen der kleinsten Militäretats in ganz Europa. Es gibt die drei klassischen Abteilungen Heer, Luftwaffe und Marine. Dazu kommen noch fast 40.000 Soldaten, die dem ukrainischen Innenministerium unterstehen und 45.000 Soldaten für den Grenzschutz, davon einige in der Küstenwache. Außerdem gibt es eine Truppe für Katastropheneinsätze ziviler Art mit rund 10.000 Zugehörigen.

Der gesetzlich vorgeschriebene Wehrdienst für alle jungen Ukrainer ab 18 Jahren dauert 9 Monate. Von 1991 bis 95 war die Ukraine eine Atommacht mit dem drittgrößten Atomwaffenarsenal der Welt. Die ukrainischen Streitkräfte sind 1991 nach Auflösung der Sowjetunion aus den Militärbezirken Kiew und Odessa entstanden. Die Schwarzmeerflotte wurde vorübergehend von der Ukraine und Russland befohlen, was aber zu Problemen führte. Deshalb wurde die Flotte schließlich aufgeteilt. Zum Heer gehören die 25. Luftlandebrigade, die 79. Luftbewegliche Brigade, 3 mechanisierte Brigaden, eine Panzerbrigade und die 55. Artilleriebrigade. Außerdem das 8.und 13. Armeekorps. Zur Luftwaffe gehören fünf Jagdfliegerregimente, ein Erdkampfbomberregiment sowie 2 Bomben-und Aufklärungsbrigaden; dazu 3 Lufttransportregimente. Die Seestreitkräfte der ukrainischen Armee verfügt über 17.500 Soldaten, deren Hauptquartier der Hafen von Sewastopol ist. Es gibt jedoch 6 weitere Stützpunkte.

Die Teile der sowjetischen Marine die heute zu Russland gehören haben ihre Schiffe neben denen der ukrainischen Flotte im Hafen liegen. 1997 wurde ein Vertrag unterzeichnet, der die Aufteilung der Flotte regelte sowie den Verbleib der russischen Marine im Hafen von Sewastopol bis 2017. 2010 wurde der Vertrag erneuert und mit dem Zusatz über verbilligte Gaslieferungen bis zum Jahr 2042 erweitert. Die Schiffe der ukrainischen Flotte sind für Außenstehende gut zu unterscheiden, da die ukrainische Schiffsnummer mit einem großen „U“ beginnt und die blaugelbe Flagge der Ukraine an Bord getragen wird.

Welches ist die Hauptstadt der Ukraine

Kiew ist die Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt der Ukraine mit rund 2,7 Millionen Einwohnern. Sie liegt am Dnjepr, der für kleine Seeschiffe befahrbar ist. Seit 1834 ist Kiew Universitätsstadt. Es gibt 99 Hochschulen, 25 Museen sowie Theater und Planetarium, botanische Gärten und Zoos. Kiew wird auch die „Mutter aller russischen Städte“ genannt. Viele Kirchen und Klöster sind sehenswert. Die Bedeutung für die orthodoxe Christenheit wurde schon im Mittelalter erkannt. Daher trägt Kiew auch den Beinamen „Jerusalem des Ostens“. Die kreisfreie Stadt liegt 179 über NN. Die absolut überwiegende Zahl der Einwohner sind ukrainischer Abstammung, 13% russischer und nur der „Rest“ kommt aus verschiedenen Nationalitäten und Volksgruppen wie Juden und Polen. Zu Zeiten des Zaren und der Sowjetunion wurde ukrainisch als Muttersprache immer mehr vom Russischen verdrängt. Diese Tendenz wurde in den letzten Jahren umgedreht.

Die Kiewer Sophienkathedrale gilt als zweitälteste ostslawische Kathedrale. Der Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche hat hier seinen Sitz. Seit 1920 war Kiew sowjetisch. Seit 1934 ist sie Hauptstadt der Ukraine. Während des II. Weltkrieges erlebte die Stadt barbarische Feuer und Schlachten, bei denen viele Bewohner und ein Großteil der Juden ums Leben kamen. Es gab in der Stadt ein Kriegsgefangenenlager. 1986 war auch Kiew von der Tschernobyl-Katastrophe schwer getroffen.

Seit der Unabhängigkeit der Ukraine kam es zu Wiedererrichtung zahlreicher Bauwerke, die während des Stalinismus zerstört worden waren. So zum Beispiel das Michaelskloster. Viele Sehenswürdigkeiten laden nach Kiew ein, wie die Sophienkathedrale oder die St. Andreas-Kirche. Das Goldene Tor und der Marienpalast sind genauso sehenswert wie das Taras-Schewtschenko-Opernhaus. Auch sind der Platz der Unabhängigkeit berühmt sowie der Alte und der neue botanische Garten. Drei Denkmale in der Weiberschlucht erinnern an die Ermordung der Juden der Stadt. In Deutschland hat Kiew zwei Partnerstädte, Leipzig und München. Weitere in Polen, Ungarn und weiteren Staaten.

Die Verbindung der Ukraine mit der EU?

Die Ukraine gehört zu den Nachbarländern der Europäischen Union. Sie gilt als Beitrittskandidat, wurde jedoch aktuell noch nicht zugelassen. Dass das Land eine baldige EU-Mitgliedschaft anstrebt, hat bereits 2004 der ukrainische Präsident bekannt gegeben. Die Ukraine und die EU haben in Paris eine Vereinbarung für ein Assoziierungsabkommen getroffen. Das Abkommen wird jedoch nicht zwingend als erster Schritt für einen EU-Beitritt angesehen. Offiziell wird gesagt: Die EU strebe eine zunehmend vertrautere und engere Partnerschaft mit der Ukraine an, die eine wirtschaftliche Integration und auch eine Vertiefung der politischen Zusammenarbeit zum Ziel habe.

Die EU spielte eine wichtige Vermittlerrolle bei den Unruhen, die 2004 die Ukraine erschütterten. Der Westen des Landes tendiert zur EU, hat intensive Kontakte zu Polen und möchte sich dem westlichen Europa anschließen. Der westliche Teil der Ukraine gehörte zu Polen, später zu Österreich-Ungarn und nach dem polnisch-sowjetischen Krieg erneut zu Polen. Infolge des Hitler-Stalin-Pakts fiel das Gebiet an die Sowjetunion und ist seit 1991 Teil der Ukraine.

Als Vorteile eines eventuellen EU-Beitritts werden angesehen, dass sich die EU erheblich, vor allem Richtung Osten, vergrößert, dass sich die Ukraine durch den EU-Beitritt stabilisiert, was wiederum der EU vorteilhaft erscheint und die Kaufkraft von 46 Millionen Einwohnern, die zwar noch gering ist, sich aber steigern würde, der EU zugute käme. Auch wäre eine westlich geprägte Ukraine für die Beziehungen zu Russland von Vorteil. Die Energieversorgung der EU würde sich stabilisieren, da die Ukraine ein wichtiger Transitstaat für Erdöl und Erdgas aus Russland und den zentralasiatischen Ländern ist. Die Ukraine ist ein rohstoffreiches Land, was der EU sehr zugutekäme. Aber es werden auch Nachteile gesehen: Die Spannungen innerhalb der Ukraine würden sich sehr wahrscheinlich verstärken, da der Osten des Landes sich engere Beziehungen zu Russland, weniger zum Westen wünscht. Auch wäre der Beitritt mit hohen Kosten für die EU verbunden.

Die Botschaft der Ukraine

Die Botschaft der Ukraine in Deutschland ist aktuell der Arbeitsplatz der Botschafterin Natalie Zarudna. Die berufliche Laufbahn der mittlerweile 61-jährigen liest sich beeindruckend. Von 2004 bis 2008 war Zarudna zunächst als Botschafterin ihres Landes in Dänemark tätig, bevor sie die Botschaft in Berlin übernahm. Sie ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Viele Mitarbeiter der Botschaft sind im sogenannten Gesandten-Botschaftsrat tätig, der aus drei Botschaftsräten, den Botschaftssekretären und einem Attaché besteht. Weitere Mitarbeiter sind verschiedenen anderen Geschäftszweigen zugeordnet.

Außer an Nationalfeiertagen der Ukraine ist die Botschaft fast täglich erreichbar. Zu den Hauptaufgaben zählen die Wahrnehmung der Rechte und Interessen des Landes, juristischer Personen und ukrainischer Staatsangehöriger sowie die Wiederherstellung von verletzten Rechten in Deutschland.

Auch die Beziehungen in Handel und Wirtschaft sind Themen der Botschaft und auch die kulturelle und humanitäre Zusammenarbeit der Völker wird hier forciert. Darüber hinaus gibt es anhängig zur Botschaft der Ukraine einen Zentralverband der Ukrainer in Deutschland e.V. Dieser ist in Berlin zu finden und über diesen und viele andere Vereine und Verbände, wie beispielsweise den Bund ukrainischer Studenten in Deutschland, lässt sich im Internet viel Wissenswertes über das Land nachlesen. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit soll stets gefördert werden und die diesbezüglichen Kontakte haben großes Potenzial. 1993 wurden entsprechende Papiere über die wissenschaftliche Zusammenarbeit der einzelnen Staaten untereinander unterzeichnet.

Der im Allgemeinen vom Außenministerium eines Landes entsandte Diplomat, der als Botschafter in einem anderen Land tätig ist, ist ein persönlicher Repräsentant des Staatsoberhauptes seines Landes. Ihm obliegen viele Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten, wie die oben benannten. Er ist gleichzeitig Leiter der Botschaft und der Vertretung seines Landes im Gastland. Botschafter genießen diplomatische Immunität und dieser unterliegt auch der Wohnsitz des Botschafters und seiner Familie. Die Botschaft der Ukraine ist in Berlin Mitte in der Albrechtstraße zu finden. Die konsularischen Sprechstunden sind dem Internet zu entnehmen. Außerdem gibt es ein Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg, in Frankfurt am Main und eine Außenstelle der Botschaft der Ukraine in Bonn. Des Weiteren findet sich ein Generalkonsulat in München.